Bauhaus-Klassiker bei Tecnolumen: Leuchten von Marianne Brandt

Anna-Luise Lippach, 01.03.2019

Tecnolumen und das Bauhaus

Auch 100 Jahre nach der Gründung der wegweisenden Designschule ist das funktionale, hochästhetische Bauhaus-Design auf der ganzen Welt gefragt. Das Bremer Unternehmen Tecnolumen ist maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt – seit 1980 produziert die Firma originalgetreue, lizenzierte Repliken bekannter Bauhaus-Leuchten und weiterer Designobjekte, angefangen mit der berühmten Wagenfeld-Leuchte, deren Lizenz Tecnolumen-Gründer Walter Schnepel von Wilhelm Wagenknecht persönlich erhielt. Eine weitere Bauhaus-Größe im Tecnolumen-Sortiment ist Marianne Brandt, eine der wenigen Frauen, denen der Aufstieg in eine höhere Position am Bauhaus gelang.

Marianne Brandt (1893-1983)

Die in Chemnitz geborene Marianne Brandt war bereits ausgebildete Malerin und Bildhauerin, als sie 1923 ein Studium am Staatlichen Bauhaus in Weimar begann. Erfolgreich war sie vor allem in der Metallwerkstatt unter Leitung von László Moholy-Nagy. Bereits 1924 schuf sie ihr vielleicht berühmtestes Design, das Tee-Extraktkännchen MT 49, das den Ideen der Bauhaus-Ästhetik streng folgte und aus geometrischen Grundformen konstruiert war. Das Kännchen ging seinerzeit zwar nicht in Serie – gefertigt aus Silber und Ebenholz war es dafür zu teuer – zählt aber zu den ikonischsten Bauhaus-Designs überhaupt und wird heute von Tecnolumen produziert.

Auch ihre Leuchten orientierten sich eng an der Bauhaus-Formsprache. Kugel, Kreis und Zylinder waren die vorherrschenden Formen, als Material wurden Metall und Glas verwendet. Marianne Brandt organisierte ebenfalls die Kooperation mit den Unternehmen Schwintzer & Gräff und Körting & Mathiesen, die ihre und andere Bauhaus-Leuchten ab 1927 herstellten und auf den Markt brachten.

Nachdem Moholy-Nagy 1928 aus dem Bauhaus ausschied, übernahm Marianne Brandt die Leitung der Dessauer Metallwerkstatt. 1929 verließ sie das Bauhaus und leitete zunächst die Entwurfsabteilung einer Metallwarenfabrik. Im Laufe ihres Lebens arbeitete Brandt als Designerin und Malerin, sowie von 1949-1951 als Dozentin an der Hochschule für Werkkunst in Dresden. Sie starb 1983 in der Nähe von Zwickau.

Marianne Brandts Decken- und Pendelleuchten

Bestes Beispiel für Marianne Brandts elegant-funktionales Leuchtendesign ist die Deckenleuchte DMB 26, eine Opalglaskugel, die über drei schmale Stäbe mit dem runden Deckensockel verbunden ist. Die luftige Konstruktion wirkt der Schwere des Glasdiffusors entgegen und lässt selbst die größte von vier Ausführungen, mit 40 cm Durchmesser, leicht und unauffällig im Raum schweben. Ähnlich wirkt die Pendelleuchte HMB 27, die den runden Glasdiffusor allerdings an drei schmalen Metallketten von der Decke pendelt – ein ebenso logisches wie auffälliges Designelement. Im Gegensatz dazu nutzt die HMB 29 Pendelleuchte einen schlichten Metallstab als Deckenstruktur, dafür aber weist der Glasschirm eine gestalterische Besonderheit auf: Er ist zusammengesetzt aus zwei unterschiedlich großen Glaskugeln, die obere mattiert, die untere glänzend weiß. Der stufige Übergang und die unterschiedlichen Oberflächen verleihen der Leuchte eine lebendige Anmut, ohne die Klarheit ihres Designs zu schmälern.

Gemeinsam mit Hans Przyrembel entwarf Marianne Brandt die Pendelleuchte HMB 25, eine Metall-Lampe zur gezielten Tischbeleuchtung. Insbesondere die höhenverstellbare Variante verkörpert form follows function in Reinform: Alle Elemente erfüllen eine eindeutige Funktion, die auch auf den ersten Blick ersichtlich ist, ohne den Versuch, die Art der Handhabung durch zusätzliche Details zu verschleiern. Dabei handelt es sich um einfachste zylindrische und runde Formen – zweckmäßig, intuitiv, in ihrer Gesamtheit aber auch ästhetisch überzeugend.

Es ist diese grundlegende Ästhetik, gepaart mit unkomplizierter Funktionalität, die der Zeitlosigkeit des Bauhaus-Designs zugrunde liegt. Auch heute, nach einem knappen Jahrhundert rasanter sozialer Entwicklungen, hat es nichts an Aktualität eingebüßt. Die hier vorgestellten, sowie noch weitere Leuchten von Marianne Brandt und ihren Bauhaus-Kollegen, finden Sie im Sortiment von Tecnolumen.