LEDig, jung, sucht: Wie die LED ihren Platz in den Herzen der Glühlampen-Liebhaber findet

Magdalena Ferner, 15.09.2011

Foto: Jedem Topf ein Deckelchen: Die Rotaliana Multipot LED-Leuchte bringt Licht, Kabel und Stecker zusammen.

Als Zwangsehe möchte ich es nicht bezeichnen, aber als zweite Wahl: Die Alternativen für die gute alte Glühlampe sind bis heute in den Köpfen der Menschen keine Offenbarung, sondern eher leidige Pflicht. Die LED wird häufig als Licht der Zukunft bezeichnet. Die Akzeptanz für die von zahlreichen Herstellern favorisierte Glühlampen-Nachfolgerin schwankt noch innerhalb der Bevölkerung – nicht zuletzt, weil die LED noch jung ist und sich unsere Erfahrungen mit ihr auf Anzeigentafeln oder Kontrolllämpchen beschränken. Dabei ist sie bereits seit 1962 auf dem Markt und hat seitdem eine große Entwicklung durchlebt. Die LED mit weißem Licht gibt es seit 1995. Unser heutiges „Lichtwissen“ soll deshalb die LED genauer beleuchten.

Foto: Deckeneinbauleuchte Modul Q 36 Aqua von Nimbus ist ideal für die Allgemeinbeleuchtung.

Die Glühlampe ist passé und damit muss sich auch der Letzte langsam abfinden. Betrachtet man die relevanten Kriterien – Form und Fassung, Lichtfarbe und Lichqualität sowie Energieverbrauch und Lebensdauer – hat die LED im Vergleich zur Halogen- und Energiesparlampe die Nase vorn. Was heißt das aber genau?

Form und Fassung: Zunächst einmal sind LEDs elektrische Bauteile, also ganz kleine Chips aus Halbleiterkristallen. Deshalb zeichnen sie sich durch ihre absolute Flexibilität aus, denn sie können quasi überall eingebaut werden und sind nicht an eine bestimmte Form gebunden. Es gibt sie mit einem gängigen Sockel für die Standardfassungen (z.B. E27, E14, G9) oder fest installiert in Leuchten.

Lichtfarbe und Lichtqualität: LEDs gibt es in weiß (ca. 6.500-10.000 Kelvin), tageslichtweiß (ca. 4.500-5.000 Kelvin) und warmweiß (ca. 2.700-3.500 Kelvin) sowie in diversen Farben (rot, gelb, grün, blau). Somit ist eine perfekte Abstimmung auf die räumlichen Erfordernisse möglich. Die Lichtstärke ist nach einer von LED zu LED variablen Einbrennzeit stabil. Aufgrund dieser Individualität kann es jedoch noch zu Unterschieden in der Lichtqualität einzelner LEDs kommen. Das Licht ist flackerfrei und stufenlos dimmbar. Nicht zuletzt entfaltet die LED sofort ihre volle Helligkeit beim Einschalten.

Energieverbrauch und Lebensdauer: Mit einer LED lassen sich bis zu 90 % der Energiekosten im Vergleich zu einer Glühlampe einsparen. Der Preis ist mit ca. 30 € recht teuer, die Lebensdauer einer LED ist mit bis zu 50 000 Stunden dafür sehr hoch (für den Vergleich: Glühlampen kosten ca. 1,20 €, kommen aber nur auf ca. 1 000 Stunden). Verbindet man Lebensdauer mit Energieersparnis, ist die LED eine sehr gute Investition. Zudem ist sie bruchsicher und nahezu wartungsfrei. Als kaputt gilt die LED, wenn sie nur noch 50 % ihrer ursprünglichen Lichtkraft hat. D.h. eine LED brennt nicht durch, wie wir es von einer Glühlampe kennen, sondern verliert mit der Zeit an Helligkeit. Schließlich enthält die LED keinerlei flüchtige, giftige Bestandteile wie Quecksilber.

Foto: Die Tischleuchte Mix Tavolo von Luceplan bietet warmes Licht bei niedrigem Energieverbrauch.

Das Thema Entsorgung von LEDs verdient trotzdem einen kleinen Exkurs. Ihr wurde bisher in den Medien wenig Platz eingeräumt – aus einfachem Grund: Die LED ist noch jung und hat eine lange Lebensdauer; d.h. die Entsorgungsproblematik ist bisher noch nicht relevant gewesen. Prinzipiell muss man unterschieden, ob es sich um eine LED-Lampe, also eine LED mit einem Sockel, oder eine LED-Leuchte, d.h. die LED ist fest in ein Gerät eingebaut, handelt. Im ersten Fall kann die Lampe einfach ausgetauscht werden, fällt jedoch unter das ElektroG (Elektro- und Elektronikgerätegesetz). Das heißt sie gehört aufgrund der enthaltenen elektronischen Bauteile nicht in den Hausmüll, sondern wird an Wertstoffsammelstellen abgegeben. Im zweiten Fall sind die Möglichkeiten, die LED auszutauschen sehr unterschiedlich. Teilweise muss das Gerät beim Hersteller eingeschickt oder ganz entsorgt werden. Die LED-Leuchte ist nur ein kleiner Teil eines größeren Gerätes, welches eigenen Entsorgungsrichtlininen folgt.

Foto: Die Tischleuchte PK LED von Catellani&Smith offenbart die Design-Möglichkeiten mit LED-Technik.

Die Entwicklung der LED geht rasant voran. Und es gibt noch viel mehr Wissenswertes zur LED zu sagen, was Sie in künftigen Blogartikeln hier lesen werden. Ein Detail gerät aber im Alltag oft in Vergessenheit: Die LED ist neu und unterscheidet sich in vielen Punkten von Altbewährtem. Lässt man sich auf sie ein, entdeckt man die Chance, völlig neue Wege in Design und Umsetzung von Leuchten gehen zu können. Und das ist auf jeden Fall ein Argument für eine längere Beziehung.

Marken

Luceplan

Das italienische Label Luceplan, bekannt für ausgefeilte, innovative Designerleuchten, produziert unter anderem die Leuchtenikonen Costanza und Hope.

Catellani & Smith

Die faszinierenden, von Hand gefertigten Leuchten von Catellani & Smith sind stets Unikate und wecken mit effektvollen Lichtspielen Emotionen.

Rotaliana

Das Unternehmen Rotaliana mit Sitz in Trentino-Südtirol produziert seit 1989 innovative und funktionale Designerleuchten für moderne Lichtbedürfnisse.

Nimbus

Die Nimbus Group aus Stuttgart gilt als Pionier von LED-Leuchten und entwickelte u.a. die Modul Q Deckenleuchten oder die Roxxane Akku Leuchten.

Produkte