Kartell - Philippe Starck, Ron Arad, Marcel Wanders verleihen Kunststoff ein neues Image

Christine Motzan, 13.04.2011

Foto: Auf dem Sessel Form von Kartell finden sogar zwei Platz

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Das dachte sich auch Claudio Luti, als er Kartell, das vom Chemiker Giulio Castelli gegründete und in Schieflage geratene Traditionsunternemen 1988 übernahm. Der Betriebswirt, der beim Modelabel Versace mit einer sagenumwogenen Abfindungssumme ausgeschieden war, übernahm die Firma seines Schwiegervaters, ohne spezielle Branchenkentnisse. Seit den Anfängen seiner Geschichte konzentrierte sich das 1949 etablierte Unternehmen auf Objekte aus Kunststoff, zuerst für die Automobilbranche, später für Haushaltsartikel, Laborbedarf und Leuchten, ab 1963 kamen auch Möbel dazu.

Foto: Persiflage antiker Möbel - der Stuhl Louis Ghost von Kartell

Who is Who der zeitgenössischen Designgrößen: Der Unternehmer Luti setzte auf die Kooperation mit renommierten Gestaltern, um das seit den 1970er Jahren, durch die Diskreditierung des Rohstoffs Öl, schwer geschädigte Image von Plastikobjekten wieder herzustellen. Dabei nutzte Luti seine Kenntnisse und Erfahrungen aus der Modebranche für einen strategischen Neuanfang. Er engagierte den französischen Designer Philippe Starck, der mit dem Stuhl Dr. Glob eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit einleitete, aus der viele unvergessliche Möbelstücke hervorgegangen sind. Außer Starck, gelang es Claudio Luti - Ron Arad, Marcel Wanders, Piero Lissoni, Vico Magistretti und viele weitere kreative Genies mit ins Kartell-Boot zu holen.

Foto: Designklassiker - die Baukastenelemente Componibili von Kartell

Unverwechselbares Design durch neue Herstellungsverfahren: Im Jahr 1999 revolutionierte Philippe Starcks die Designwelt, indem er La Marie, den ersten aus einem einzigen Guss aus transparentem Polycarbonat gefertigten Stuhl, präsentierte. Seit Einführung dieses neuen Produktionsverfahrens, auf das noch viele folgen sollten, ist die Kartellkollektion um zahlreiche, weitere interessante Entwürfe von Starck aber auch von Patricia Urquiola, Patrick Jouin und Ferruccio Laviani gewachsen.

Foto: Abgerundete Kanten und filigrane Beine - der elegante Stuhl Thalya von Kartell

Designer-Elite kreiert Kunststoffmöbel mit Stil und Charakter: Zu den bekanntesten Kartellprodukten zählen der Armlehnstuhl Louis Ghost von Philippe Starck und die Tischleuchte Bourgie von Ferruccio Laviani, die beide eine Hommage an den Barockstil darstellen, die Sessel- und Sofa-Serie Pop von Piero Lissoni sowie die Stuhlkollektion Maui von Vico Magistretti.

Foto: Hockerkollektion Stone von Marcel Wanders für Kartell entworfen

Erfolg kommt nicht von ungefähr: Der Inhaber und Präsident des Designunternehmens Kartell, Claudio Luti, hat dem Unternehmen, seit seinem Einstieg, stetig wachsenden Erfolg beschert. "Wenn Produkte lange auf dem Markt bestehen sollen, dann muss man sie regelmäßig neu inszenieren - wie in der Mode", lautet das Credo des früheren Versace-Managers. Aus dem ersten 1997 in Mailand eröffneten Kartell-Store sind mittlerweile 120 in 98 Ländern geworden. Und das Ende dieser Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht absehbar.

Foto: Bequemer Eye-Catcher - der Sessel Pop mit einem Bezug von Missoni