Foscarini Designerleuchten oder der weite Weg von Murano-Glas zu Kevlar®-oder Karbonfaser

Karin Bräckle, 06.04.2011

Foto: Foscarini Caboche - eine Leuchtenserie zum Träumen.

Leuchten, die schmücken oder Schmuckstücke, die beleuchten?

Mit der Leuchtenserie Caboche aus dem Jahre 2005 spielte sich der venezianische Leuchtenhersteller Foscarini endgültig in die oberste Liga italienischen Designs. Caboche reiht sich in die lange Reihe außergewöhnlicher Foscarini-Designs aus innovativen Materialien, wie Polyäthylen, Kevlar ® -oder Karbonfaser ein. Dabei hatte Foscarinis Unternehmensgeschichte 1981 auf der Insel Murano mit der Herstellung von Glasleuchten für Hotels oder Geschäfte aus dem arabischen Raum begonnen. Eine kurze Darstellung dieser zauberhaften Verwandlung möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.

Als die Jahrhundertdesignerin Patricia Urquiola und ihre Kollegin Eliana Gerotto die Caboche Leuchtenserie entwarfen, ließen sie sich von Armbändern aus den 1930er Jahren mit elastischen Bändern und Plastikstreifen inspirieren. Ein rundes, gewölbtes Metallgerüst bildet die Fassung für die unzähligen, rund geschliffenen Kugeln aus transparentem oder bernsteinfarbenem Acrylglas, die das Licht reflektieren und vervielfachen. Die Kugeln werden vom Kunden selbst am Gestell angebracht, was laut Patricia Urquiola die gleiche glücklich machende Wirkung hat, wie das Schmücken des Weihnachtsbaums.

Foto: Bernsteinfarbene und transparente Acrylglaskugeln der Caboche Leuchten.

Foscarini, dessen Wurzeln in der Glasmacherkunst und der Insel Murano liegen, scheut dabei nicht den Umgang mit modernstem Material. Das Design der Caboche wäre mit Glaskugeln auf Grund des großen Gewichtes nicht realisierbar gewesen wäre, so dass auf glänzendes Acrylglas zurückgegriffen wurde. Dass die Leuchten deshalb nichts an Glanz und Eleganz eingebüßt haben, wird vor allem bei der imposanten großen Pendelleuchte mit 70 cm Durchmesser und 189 Glaskugeln sichtbar.

Foto: Pendelleuchte Havana ist bereits ein populärer Designklassiker.

Das Gleiche gilt auch für die zigarrenförmige Stehleuchte Havana von Jozeph Forakis, die Teil der permanenten Kollektion des 'Museum of Modern Art“ in New York ist. Sie wäre aus Glas nicht realisierbar, da sie schlichtweg zu schwer geworden wäre. Für die 'Havana' wurde deshalb gelbes Polyäthylen bzw. transparentes Polypropylen verwendet.

Foto: Die Leuchten der Tress Serie bestechen durch ihr einmalges Geflecht aus in Kunstharz getränkten Bändern.

Foscarini - vonn Muranoglasleuchten zur etablierten Designgröße

Die Leuchtenserie Tress ist ebenfalls ein Novum im Leuchtendesign. Der Leuchtenkörper erinnert an die Beschaffenheit von Körben und besteht aus einem Geflecht von Bändern, die zuvor in Kunstharz getränkt und dadurch gehärtet wurden. Das Ergebnis besticht durch seine einzigartige visuelle und haptische Ästhetik.

Der Wandel von Foscarini hat 1983 mit den ersten zwei Leuchtenkollektionen der heutigen Unternehmensinhaber, Carlo Urbinati und Alessandro Vecchiato, begonnen. Foscarini setzt seitdem beim Leuchtendesign auf die Zusammenarbeit mit namhaften Meistern und jungen Talenten, die sich aufgrund ihrer Berufserfahrung und ihrer Schaffenskraft voneinander unterscheiden. Um sich als Talent Scout zu positionieren, hat Foscarini 2007 sogar das Foscarini Lab gegründet, das jungen Industriedesignern die Möglichkeit zum Experimentieren bietet.

Foto: Bogenleuchte Twiggy besteht aus einem lackierten Multikomponenten-Material auf Glasfaserbasis.

Da erstaunt es uns auch nicht, dass die erste Leuchtenkollektion der Lifestylmarke Diesel in Zusammenarbeit mit Foscarini entwickelt wurde. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: die Leuchtenkollektion Diesel with Foscarini ist eine Mischung aus Rock- und Pop-Kultur und lässigem Lebensstil. Gepaart mit hochwertigster Qualität und der Kompetenz von Foscarini, einem der bedeutendsten Leuchtenhersteller Italiens.

Foto: Die Metallstäbe der Pendelleuchte Allegretto Vivace erklingen bei Berührung durch Windbewegung.