Robert Dudley Best

Robert Dudley Best

Robert Dudley Best wurde 1892 als Erbe des Leuchtenunternehmens "Best & Lloyd" geboren, das 1840 in Birmingham gegründet wurde und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den weltweit größten Leuchtenherstellern zählte. Best & Lloyd produzierte traditionelle Leuchten und Lampen für prestigereiche Kunden, darunter die Titanic und den berühmten Orient Express. Der Unternehmenserbe Robert Dudley Best war jedoch mehr am modernen Zeitgeist interessiert und sah die Zukunft des Unternehmens eher darin, mit modernen anstatt traditionellen Leuchtendesigns ein avantgardistisches Publikum anzusprechen.

In den 1920er Jahren reiste Robert Best durch Europa, traf etliche Designer und besuchte 1925 die Weltausstellung für modernes Design in Paris, in der viele Entwürfe vom Bauhaus inspiriert waren. Insbesondere von den Arbeiten Le Corbusiers und Mies van der Rohe zeigte sich Robert Dudley Best beeindruckt, wodurch sich sein Interesse am modernistischen Bauhaus-Design festigte. Schließlich schrieb sich Best für ein Industriedesign- und Innenarchitekturstudium in Paris und Düsseldorf ein. Robert Best teilte seine Idealvorstellung von gutem Leuchtendesign mit seinem Freund und Bauhaus-Gründer Walter Gropius: industriell gefertigte Leuchten, die nichts an ästhetischer Qualität missen lassen. Für Robert Dudley Best sollte Beleuchtung sowohl funktional sein als auch Eleganz ausstrahlen. Während seiner Studienzeit 1928-1929 entstanden die ersten Skizzen der ikonischen Bestlite-Leuchten, die puristisch-elegant und dank eines integrierten Kugelgelenks auch wunderbar beweglich sind.

1930 kehrte Robert Best nach Birmingham zurück und gab Bestlite trotz anfänglichem Widerstand im heimischen Familienbetrieb in Produktion. Da das klare Bauhaus-Design in Großbritannien zu dieser Zeit noch nicht etabliert war, stellte sich der Erfolg der Bestlite nicht sofort ein. Erst mit einer Erwähnung im renommierten "Architects' Journal" 1932 wurde Bestlite weitreichende Aufmerksamkeit zuteil. Der endgültige Durchbruch der Bestlite Tischleuchte erfolgte, als der damalige Premierminister Winston Churchill sie auf seinen Schreibtisch gestellt hatte. In den 1930er Jahren wurde die Bestlite-Kollektion stetig erweitert und umfasste bis zum Ende des Jahrzehnts neben Tischleuchte auch Steh-, Wand- und Pendelleuchten. Als Aushängeschild des britischen Bauhauses fand man Bestlite als häufig gesehenen Bestandteil von Inneneinrichtungen, z.B. auch im Buckingham Palace oder der Downing Street.

Seit 2004 wird die ikonische Bestlite-Kollektion von der dänischen Designmarke Gubi produziert und vertrieben.

Der einflussreiche Vertreter des britischen Bauhauses schuf eine Leuchte, die zum zeitlosen Klassiker geworden ist und heute im Victoria and Albert Museum sowie im Design Museum in London ausgestellt ist. Der Industriedesigner Robert Dudley Best starb 1984.