Poul Henningsen

Poul Henningsen

Der dänische Architekt und Designer Poul Henningsen (1894-1967) zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten des skandinavischen Designs. In Dänemark machte er sich zudem als Journalist und Autor einen Namen. Henningsens Produktdesigns entstanden als Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Louis Poulsen und trugen maßgeblich zu dessen Erfolg bei. Auch heute noch gehören Poul Henningsens Leuchten PH zu den Bestsellern der Marke – und zu den bekanntesten Vertretern des skandinavischen Designs.

Poul Henningsen wurde 1894 im dänischen Ordrup geboren. Seine Mutter war die Autorin Agnes Henningsen, sein Vater der Schriftsteller Karl Ewald. Sein modernes und tolerantes Elternhaus prägte Henningsens politische Ansichten und seine späteren Tätigkeit als Schriftsteller. Henningsens Interessen waren vielseitig, und so beschäftigte er sich nach einem Studium der Architektur in Kopenhagen zunächst u.a. mit der Malerei, bis er schließlich zum Möbel- und Lichtdesign fand.

Henningsen entwarf die PH-Leuchte mit einem revolutionären Dreischirmsystem, das absolute Blendfreiheit garantierte und die Glühbirne dezent verbarg. Das Unternehmen Louis Poulsen präsentierte diese Leuchte erstmals 1925 und brachte sie im folgenden Jahr auf den Markt. Es war die Leuchte, die nicht nur Poul Henningsen, sondern auch Louis Poulsen berühmt machte.

Bis zu seinem Tod 1967 entwarf Henningsen weitere Leuchten für Louis Poulsen. Zudem war er eine wichtige Persönlichkeit des kulturellen Lebens Dänemarks als Autor gesellschaftskritischer Texte.

Als Designer benutzte Poul Henningsen das Kürzel "PH" als Bezeichnung für seine Entwürfe. Die Einfachheit dieser Namensgebung findet ihr Pendant auch in Henningsens Designphilosophie: Seine Designs sind unkompliziert und funktional, und doch von hohem Wiedererkennungswert. Die Zeitlosigkeit ihrer Schönheit beweist allein die Tatsache, dass die PH-Leuchten auch fast ein Jahrhundert nach ihrer Premiere ungebrochen frisch und modern wirkt.

Die zugrundeliegende Idee beim Design der PH-Lampe war es, das Licht der Glühbirne zu entblenden und angenehm in den Raum zu reflektieren. Hierfür entwickelte Henningsen ein "Dreischirmsystem", das dem Produkt eine markante Silhouette verlieh und zu einem unverwechselbaren Klassiker machte.

In den 1960er Jahren folgten zwei weitere Ikonen der PH-Leuchten: Die Pendelleuchte PH5 folgt dem Prinzip ihrer großen Schwester und nutzt mehrere ineinander verschachtelte Metallschirme zur Entblendung der Glühlampe. Eine innenliegende, farbige Blende soll dem Licht zusätzlich eine natürliche Farbe verleihen, womit Henningsen den unangenehmeren optischen Eigenschaften des künstlichen Lichts entgegenwirken wollte. Auch diese UFO-ähnliche Lampe ist inzwischen eine absolute Ikone und zählt zu den bekanntesten dänischen Leuchten überhaupt.

Poul Henningsens PH Artichoke ist eine imposante, große Pendelleuchte, deren Schirm aus zahlreichen, schuppenartigen Blenden besteht. Sie erinnert an einen Tannenzapfen oder eben an eine Artischocke, und stellt als moderner Kronleuchter einen edlen Blickfang dar.

Foto: Louis Poulsen