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Richard Sapper

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Richard Sapper – Industriedesigner im Auftrag des Humanismus

Richard Sapper, der 1932 in München geboren wurde und 2015 in Mailand verstarb, gilt als einer der wichtigsten Designer seiner Generation. Der deutsche Industriedesigner und Hochschullehrer begann seine Karriere bei Mercedes-Benz in Stuttgart, nachdem er sein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität München 1956 erfolgreich abgeschlossen hatte. Allein seine Fächerwahl, die neben Philosophie unter anderem auch Ingenieurwissenschaften einschloss, vermittelt einen Eindruck von den vielfältigen Interessen Sappers. Zeit seines Lebens verstand er seine Arbeit auch als politisches und soziales Werk.

Vom Außenspiegel zu stilbildenden Gebrauchsgegenständen

Dass es sich bei Richard Sapper um ein Ausnahmetalent handelte, bewies der Designer schon in den 1950er Jahren mit seinem Entwurf des stromlinienförmigen Außenspiegels des Mercedes Benz 300 SL Roadster. 1958 zog Richard Sapper nach Mailand um, die Stadt sollte zu seiner Wahlheimat werden. Hier arbeitete er zunächst im Architekturbüro von Gio Ponti und kollaborierte ab 1959 mit dem Designer Marco Zanuso.

Seinen ersten Compasso d’Oro erhielt er für die Static-Tischuhr, doch auch viele weitere Entwürfe, und nicht zuletzt Sappers Design der wegweisenden Tizio-Leuchte für Artemide, bescherten ihm diesen wichtigen Designpreis. Tizio war die erste Niedervolt-Tischleuchte, und ihre Metallarme selbst fungierten als Stromleiter, sodass auf Kabel verzichtet werden konnte. Ihre markante Gestalt macht Tizio zu einer der bekanntesten Leuchte des italienischen Unternehmens, die sich heute nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.

Richard Sapper als Universalkünstler

Viele Produkte aus Richards Sappers Studio gelten als stilbildende Klassiker mit dem Status von Ikonen, sei es seine Alessi-Kaffeekanne oder Richard Sappers Lampe Tizio. Geachtet wurde der vielfach ausgezeichnete Designer aber auch wegen seiner Lehrtätigkeit sowie seiner italienischen Übersetzung der Tagebücher von Paul Klee.

Design war für Sapper stets eine Tätigkeit, mit der er der Form einen Sinn verleihen wollte. Diese Abgrenzung zum funktionalistischen Designverständnis macht seine Entwürfe bis heute einzigartig.