Lieferland und Steuersatz
Alle angezeigten Preise verstehen sich inklusive 19% Mwst bei Lieferung nach Deutschland zzgl. evtl. anfallende Versandkosten.

Licht, Architektur, Fotografie – Leuchten von Flos Outdoor im Kontext ihrer Bestimmung

Nostraforma Redaktion, 21.07.2017

Pollerleuchte Flos Casting in T-Form für beidseitigen Lichtaustritt (Foto: © Tommaso Sartori)

Ähnlich wie das geschriebene Wort, wirken Gebäude oder Gegenstände erst im Kontext ihrer Bestimmung. Ebenso verhält es sich mit dem Phänomen Licht. Die Definition von Licht kommt nicht ohne die Worte Reflexion, Oberfläche oder Raum aus, denn diese Faktoren bedingen erst die subjektive Wahrnehmung und belegen letztendlich eine physikalische Existenz, zumindest für unsereiner. Besonders wird dies in der Outdoorbeleuchtung deutlich. Künstliche Lichtquellen im Außenraum sind Objekte, deren Funktionalität im Vordergrund steht und weniger der dekorative Anspruch der Lichtquelle selbst. Die Ästhetik geht also nicht (nur) vom Gegenstand an sich aus, sondern vor allem von dessen Lichtwirkung. Ein Metier, mit dem sich der italienische Leuchtenfabrikant Flos bestens auskennt. Und um eben dieser Lichtwirkung ein Denkmal zu setzen, hat das Unternehmen nun seine Outdoorkollektion eindrucksvoll inszeniert: Licht und Architektur, betrachtet durch das Medium der Fotografie. Ein Beitrag über charismatische Außenleuchten, die Linearität gebauter Umwelt und das kunstvolle Genre der Architekturfotografie.

Außenwandleuchte Flos Camouflage von Piero Lissoni (Foto: © Tommaso Sartori)

Den Charme der Reflexionsfläche inszenierte Flos für seinen neuesten Outdoor-Katalog zusammen mit dem italienischen Fotografen Tommaso Sartori und unter der Art-Direktion von Omar Sosa. Ein befreundeter Besitzer stellte sein Anwesen in Norditalien für die Aufnahmen zur Verfügung, was eine einzigartige, kunstvolle Darbietung der Architektur- und Produktfotografie ermöglichte.

Betonung der Laibung durch Fensterbank-Leuchte Flos Fenestra (Foto: © Tommaso Sartori)

Die Leuchtenserie Flos Casting umfasst eine Reihe von Poller- und Bodenleuchten, die architektonische Merkmale zitieren. Der belgische Architekt und Möbeldesigner Vincent Van Duysen bedient sich zunächst der gängigen Form eines Stahlträgers, um einen vielseitigen Außenleuchtenentwurf zu liefern. Flos Casting kann wahlweise als gekipptes U-Profil mit einseitigem Lichtaustritt oder als T-Profil für die Beleuchtung zu beiden Seiten ausgeführt sein. Der Poller in drei verschiedenen Höhenvarianten und fünf Oberflächenausführungen eignet sich ideal für die Wegbeleuchtung.

LED-Bodenleuchte Flos Casting Concrete nach Vorbild eines Klassikers von Le Corbusier (Foto: © Tommaso Sartori)

Flos Casting Concrete ist hingegen Meilensteinen der Architekturgeschichte entlehnt und gewidmet. Mitte des 20. Jahrhunderts entwarf der Großmeister der Moderne Le Corbusier das Original, eine Bodenleuchte für die Wegbeleuchtung an seiner Unité d’Habitation in Marseille. Die Neuinterpretation des belgischen Architekten Van Duysen für Flos zitiert dazu die brutalistische Architektur, die Le Corbusier in der indischen Planstadt Chandigarh hinterließ. Die durch Flos neu interpretierte Lichtskulptur gibt es neben der Ausführung in Sichtbeton ebenfalls aus Bronze, Stahl oder Aluminium.

Wandleuchte Flos Climber in der Up & Down-Variante (Foto: © Tommaso Sartori)

Piero Lissoni kann ebenfalls auf die Kompetenz beider Disziplinen, also der Architektur und des Produktdesigns zurückgreifen. Naheliegend, dass beide auch verschmelzen können. Für die Outdoor-Kollektion lieferte er Flos drei Entwürfe: Die flache, kubische Wandleuchte Flos Climber, die Wegleuchte Real Matter sowie ein Lichtwunder namens Camouflage.

Wandleuchte Flos Camouflage als Teil einer surrealistisch anmutenden Kulisse (Foto: © Tommaso Sartori)

Bei letzterem Entwurf handelt es sich um eine schlichte Scheibe, die sich nur leicht von der vertikalen Gebäudefläche absetzt. Im ausgeschalteten Zustand und je nachdem, ob die Oberflächenausführung der Fassade angeglichen ist, bleibt das Leuchtobjekt in der Gebäudeansicht unsichtbar. Eingeschaltet bildet sie einen dezenten Lichtkreis. Die Oberfläche gibt es in Naturstein hell oder dunkel, pulverbeschichtetem Aluminium, Teakholz, Kupfer, Gussbeton oder als Grundierungsversion für individuelle Putzvarianten.

Wandleuchte Flos Real Matter von Piero Lissoni (Foto: © Tommaso Sartori)

Um normalerweise Leuchten bildlich darzustellen, werden sie zunächst im Innenraum unter den strengen Regeln der Studiofotografie abgelichtet. Lichtführung, Schärfeverlauf, Belichtung des Objekts – mit diesen komplexen Parametern tüfteln erfahrene Fotografen, um die perfekte Darstellung zu erzielen. Dazu sind Ambientebilder hilfreiche Indikatoren für die (Leucht-) Wirkung. Im Kontext des Innen- oder Außenraumes werden Funktion und Ästhetik erst deutlich.

Lighting in the Rain sind Outdoor-Varianten beliebter Flos Indoor-Leuchten (Foto: © Tommaso Sartori)

Mit KTribe und Romeo von Philippe Starck oder Superarchimoon finden sich aber auch dekorative und beliebte Indoor-Objekte im Außenraum wieder. Ein Schirm aus kohlefarbenem Dedon-Geflecht und die Struktur aus verchromtem Gusseisen halten im Fall der Flos KTribe F3 Outdoor auch Regen stand. Die Produktreihe wurde unter dem Namen „Lighting in the Rain“ zusammengefasst. Dabei bilden diesmal ihre klassisch geformten Schirme einen stilistischen Kontrast zu den kubischen Geometrien der Architektur sowie der klaren Gebäudelinien, deren Wirkung durch Licht- und Schatten und dem Mittel der Schwarz-Weiß-Fotografie brillant verstärkt wird.

Portalinszenierung durch die lineare Wandleuchte Flos Outgraze (Foto: © Tommaso Sartori)

Klassizistische Gebäudeteile wiederum erfahren durch streng minimalistische Leuchtobjekte ihre beste Würdigung. Flos Outgraze ist eine Wand- oder Deckenleuchte, die aus einem schmalen, mit LED-Lichtpunkten besetzten Quader besteht. Die optischen Linsen sind in einem konstanten Abstand installiert, so dass eine kontinuierliche Lichtlinie entsteht. Die Bauweise der über Stützhalterungen montierten Leuchten ermöglicht es, auch mehrere Objekte aneinanderzureihen und so eine breite, homogene Lichtwand zu schaffen.

Flos Belvedere als pilzförmige Stehleuchtenvariante (Foto: © Tommaso Sartori)

Von der Natur inspiriert ist die Stehleuchtenserie Flos Belvedere. Die etwas organischere Designsprache der Wand- oder Stehleuchten, die wahlweise über einen Spot verfügen oder pilzförmig geformt sind, fügt sich in die gebäudenahe Umgebung passend ein. Denn nicht zu vergessen: Mit Außenleuchten können nicht nur gebaute Strukturen sondern auch gestaltete Landschaftsteile eindrucksvoll zur Geltung gebracht werden.

Pollerleuchte Flos 45 nach einem Design von Tim Derhaag (Foto: © Tommaso Sartori)

Mit Flos 45 steht wiederum formaler Minimalismus im Vorder- bzw. Hintergrund. Der Poller hat im oberen Drittel ein Gelenk, mit dem sich der Leuchtkopf ausrichten lässt. Somit ist die gewünschte Auftrittsfläche des Lichts variabel. Designer Tim Derhaag erklärt selbst: „Primitive Formen haben mir immer gefallen, da sie in der Hand des Designers gnadenlos sind. Die Außenleuchte 45 greift diese unnachgiebige Haltung auf, wobei sie einsam in den zerklüfteten Umgebungen im Freien steht oder sich im Hintergrund moderner Architektur versteckt.“

Die Silhouette von Treppenstrukturen betont Flos My Way (Foto: © Tommaso Sartori)

Letztendlich bleibt der Zauber im Auge des Betrachters, bzw. in der Fotolinse des Architekturfotografen – ein Genre, das höchste technische Anforderungen an den Künstler bzw. Fotografen stellt und besondere Ausrüstung sowie Fertigkeiten erfordert. Seien es dokumentarische Ansichten, Detailaufnahmen oder Perspektiven, bei wohl keiner anderen Motivgruppe zählt der stimmige Bildaufbau mehr, als bei der Baukunst.